Wiener Börse (Nachmittag) - ATX gewinnt 5,3 Prozent, Banken stützen / Coronakrise weiter im Fokus - Do&Co nach Analystenstimme nachgefragt - voestalpine lediglich mit geringem Kursplus von 0,64 Prozent

APA/sto/rai

07.04.2020 14:54

ATX

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Chart für: ATX

Mit klaren Gewinnen hat sich die Wiener Börse auch am frühen Dienstagnachmittag gezeigt. Der heimische Leitindex ATX stieg zuletzt um 5,30 Prozent auf 2.154,99 Einheiten. Mit den derzeitigen Kursaufschlägen nimmt der ATX seinen nächsten zweiten Gewinntag in dieser Woche ins Visier. Bereits am Vortag hatte er mehr als vier Prozent gewonnen.

Auf Jahressicht steht jedoch weiterhin ein klares Minus von mehr als 30 Prozent zu Buche. Mitte März war der heimsche Leitindex aufgrund des Coronavirus-Crash, der weltweit die Börsen zu Sturz gebracht hatte, stark gefallen.

Rückenwind erhielten die Finanzplätze am Dienstag unter anderem von starken Kurssprüngen an der Wall Street, wo der Dow Jones am Vorabend annähernd acht Prozent hinzugewinnen konnte und vorbörslich erneute Aufschläge andeutete. Zudem kündigten mehrere europäische Länder erste Lockerungen ihrer in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen an. Und auch China meldete erstmals seit dem Ausbruch der Pandemie keine neuen Todesopfer mehr.

Positive Konjunkturdaten blieben indes Mangelware. Aber auch schwache Umfragewerte des Ifo-Instituts zur deutschen Industrie konnten die europäischen Börsenbarometer vorerst nicht zum Sinken bringen. So war der Ifo-Index der Produktionserwartungen im März von plus 2,0 auf minus 20,8 Punkte gefallen, wie die Münchner Forscher mitteilten. Dieser Einbruch ist der schärfste seit Beginn der Umfrage 1991.

Im weiteren Verlauf werden keine wichtigen Konjunkturdaten mehr erwartet. Jedoch dürfte ein Treffen der europäischen Finanzminister zum Thema Corona-Bewältigung im Anlegerfokus liegen. Unter anderem wird über Videokonferenz über eine gemeinsame Schuldenaufnahme anhand sogenannter Corona-Bonds besprochen. Am Abend wird eine Erklärung erwartet.

Mit Blick auf die einzelnen Branchen stachen am Dienstag Titel aus der Bankenbranche mit klaren Kursgewinnen hervor. Die schwergewichteten Anteilsscheine der Ersten Group verteuerten sich so um satte 10,23 Prozent. Jene der Raiffeisen (RBI) stiegen um 6,36 Prozent. BAWAG gewannen klare 10,45 Prozent. Ebenfalls gut gesucht waren Palfinger. Die Aktien des Baukranherstellers verteuerten sich um 12,16 Prozent.

In diesem positiven Börsenumfeld konnten auch Anteile des Airline-Caterers Do&Co Zugewinne verbuchen. Sie sprangen um satte 8,82 Prozent auf 38,25 Euro hinauf. Hier dürfte neben der allgemeinen Markterholung eine Studie der Berenberg Rückenwind geliefert haben. Ihre Experten schraubten das Kursziel für die Aktien der Do&Co von 95,00 auf 70,00 Euro hinunter, liegen damit aber immer noch deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Die Kaufempfehlung "buy" wurde bestätigt.

Unterdessen stiegen die voestalpine-Papiere nur um vergleichsweise geringe 0,64 Prozent. Der heimische Stahlriese hatte am Dienstag eine Gewinnwarnung herausgegeben, die das per Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2019/20 betraf. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wird ein negatives Betriebsergebnis (EBIT) von minus 135 Mio. Hinzu kommen weitere außerplanmäßige einmalige Abschreibungen in der Höhe von 125 Mio. Euro.

sto/rai

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